Einordnung zur Stichwahl, Recherche 14.09.2026: Kalisch verbindet Konsolidierung mit dem Schutz wichtiger Angebote und lehnt eine Gewerbesteuererhöhung ab. Meyer fordert Transparenz und Kosten-Nutzen-Prüfungen. Beide müssen zusätzliche Vorhaben konkret gegenfinanzieren.
Lüneburg hat für 2025 und 2026 seinen ersten Doppelhaushalt beschlossen, mit 28 Ja-Stimmen bei 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Dafür stimmten Grüne, CDU, FDP und ein SPD-Mitglied, dagegen SPD, AfD und Linke.
Ein früher Controllingbericht zeigte ein zusätzliches Haushaltsrisiko. Der erste Controllingbericht zum Stichtag 31.05.2025 prognostizierte für das Jahresende rund 67 statt der beschlossenen 47 Millionen Euro Defizit. Von der beschlossenen Haushaltssperre über 6,5 Millionen Euro waren zu diesem Zeitpunkt 1,8 Millionen erwirtschaftet. Das ist eine Prognose aus 2025, kein festgestellter Jahresabschluss. Die Verwaltung reagierte am 03.07.2025 mit einer Verfügung: vakante Stellen sechs Monate nicht wiederbesetzen, befristete Verträge vorerst nicht verlängern, keine neuen freiwilligen Leistungen.
Zum Vergleich: 2012 lagen die Liquiditätskredite bei rund 160 Millionen Euro — damals erhielt die Stadt 70 Millionen Euro Entschuldungshilfe vom Land über den Zukunftsvertrag. Eine vergleichbare Landeshilfe ist derzeit nicht in Sicht.
Meyers Stichwahlseite ergänzt Stellenprüfung und Umorganisation ohne Entlassungen. Seine dort genannten Finanz- und Stellenzahlen sind Kampagnenangaben. Ursprünglicher Haushalt, späterer Planstand, Prognose, tatsächlicher Abschluss, Stellenplan und beschäftigte Personen dürfen nicht vermischt werden. Ein direkt vergleichbarer, bezifferter Konsolidierungspfad beider Kandidaturen liegt nicht vor.