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Themenfeld 01 von 10

Wohnen & Bauen

Bezahlbar wohnen: mehr Neubau, aktive Leerstandsvermittlung und die Rolle der LüWoBau.

Programme zuletzt am 22.09.2026 ausgewertet. Programmforderungen sind keine vollzogenen Maßnahmen. Quellen und Prüfzeitpunkte stehen beim jeweiligen Sachstand. Ältere Hintergrunddossiers zu Ratsvorgängen und Kennzahlen stammen aus der Recherche vom 7. September.

Die beiden Positionen direkt nebeneinander →

Kennzahlen

975 von Vonovia verkaufte Wohnungen in Lüneburg, davon über 700 in Kaltenmoor NDR, 20.08.2026
55 Mio. € Kaufpreis dieses Pakets
> 300 leerstehende Wohnungen allein in der Innenstadt Zählung der Initiative WohnWende
−400 Einwohner der Altstadt seit 2019 (6.027 → 5.630)
30 % aktuelle Quote mietpreisgebundener Wohnungen
200.000 € städtische Wohnraumförderung pro Jahr, seit 2019 unverändert
8,95 → 9,56 € durchschnittliche Nettokaltmiete je m² zwischen September 2023 und September 2025 Kampagnenangabe Kalisch, nicht amtlich bestätigt
~3.500 zusätzlich benötigte Wohnungen bis 2040 Kampagnenangabe Kalisch, nicht amtlich bestätigt

Sachstand

Einordnung zur Stichwahl, Recherche 14.09.2026: Kalisch nennt höhere Wohnraumförderung und zusätzliches Planungsrecht; Meyer Konzeptvergaben und die systematische Ansprache von Eigentümern. Welche bezahlbaren Wohnungen entstehen tatsächlich und bis wann?

Die Stadt steuert den Wohnungsbau über drei Hebel: eine Quote von 30 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen in städtebaulichen Verträgen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft LüWoBau und eine eigene Wohnraumförderung von 200.000 Euro jährlich. Die LüWoBau hat in zehn Jahren 307 belegungsgebundene Wohnungen geschaffen.

Das einzige größere Areal, bei dem die Stadt die Vergabe direkt steuert, ist das Baugebiet Am Wienebütteler Weg: elf Hektar, 21 Grundstücke, Bodenrichtwert 470 Euro je Quadratmeter nach Ratsbeschluss vom 11.12.2025. Weitere Projekte laufen über Investoren, etwa Rettmer Nord, für das die öffentlich genannten Größenordnungen zwischen rund 120 und 190 Wohnungen schwanken.

Zur Größenordnung des Bedarfs kursieren vor allem Kampagnenzahlen: Claudia Kalisch nennt rund 3.500 zusätzlich benötigte Wohnungen bis 2040 und einen Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmiete von 8,95 Euro je Quadratmeter im September 2023 auf 9,56 Euro im September 2025. Beides ist nicht amtlich bestätigt; maßgeblich wären der qualifizierte Mietspiegel und die Statistik des Landes. Daneben ist von mehr als 2.000 Wohneinheiten die Rede, für die bereits Planungsrecht besteht oder vorbereitet wird.

Dem steht eine Gegenbewegung gegenüber, die nicht auf Neubau, sondern auf Leerstand zielt. Ein verpflichtendes Leerstandskataster wurde bereits 2023 vom Rat beschlossen und nach zwei Jahren nicht umgesetzt; der bestehende Leerstandsmelder ist rein freiwillig. Die Linke sammelt seit dem 18.04.2026 Unterschriften für einen Einwohnerantrag, der ein Kataster mit Meldepflicht durchsetzen soll.

Eine LZ-Recherche vom 28.08.2026 setzt die neuen Forderungen an die LüWoBau in Relation zu ihrer Kapazität: Nach Angaben der Geschäftsführung sind bis 2030 rund 200 zusätzliche Wohnungen vorgesehen. Zugleich stehen etwa 55 Millionen Euro Investitionsbedarf und rund 100 Millionen Euro für energetische Sanierung im Raum. Das ist keine Absage an weitergehende Ziele, zeigt aber, dass Ankauf, Neubau und Sanierung um Kapital und Personal konkurrieren.

Nach dem NDR-Bericht vom 20. August hat Vonovia 975 Lüneburger Wohnungen für rund 55 Millionen Euro an Tristan Capital Partners und die Porth-Gruppe verkauft. Über 700 davon liegen in Kaltenmoor. Der kommunale Zugriff auf diese Bestände ist eine politische Forderung im Wahlkampf; ein vollzogener städtischer Ankauf ist damit nicht belegt.

Der Streitpunkt

Kalisch nennt höhere Wohnraumförderung und zusätzliches Planungsrecht; Meyer Konzeptvergaben und die systematische Ansprache von Eigentümern. Welche bezahlbaren Wohnungen entstehen tatsächlich und bis wann?

Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt

In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche politische Entscheidung.

  • Neubau am Stadtrand Nachverdichtung und Flächenschutz
  • Sozialquote Baukosten und Investitionsbereitschaft
  • Kommunale Steuerung durch LüWoBau und Erbbaurecht Aktivierung des privaten Marktes
  • Kurzfristige Bindungsdauer dauerhafte Gemeinwohlbindung

Was die Kandidierenden sagen

Was die Chips bedeuten →
CK Claudia Kalisch Einzelwahlvorschlag Programm

Kalisch verbindet zusätzlichen Neubau mit der Aktivierung leerstehender Wohnungen und stärkerer kommunaler Wohnraumförderung. Ein Vorkaufsrecht bei den ehemaligen Vonovia-Beständen will sie ergebnisoffen prüfen.

Womit — konkrete Instrumente 3
  • Planungsrecht für rund 2.500 zusätzliche Wohnungen schaffen
  • Städtische Wohnraumförderung auf 400.000 Euro pro Jahr erhöhen
  • Leerstandskataster und Wohnraumbüro; Eigenkapitalstärkung der LüWoBau als erwogene Option

Offen Welche Wohnungen werden bis wann tatsächlich fertig? Finanzierung, Bindungsdauer und Voraussetzungen eines möglichen Bestandsankaufs bleiben zu konkretisieren.

Quelle: Claudia Kalisch: Bauen & Wohnen ↗
HM Heiko Meyer Die Unabhängigen Programm

Meyer will Neubau ermöglichen und leerstehende Flächen in der Innenstadt zu Wohnungen machen. Die LüWoBau soll stärker investieren; günstigere Grundstücksvergaben sollen an bezahlbares Wohnen gebunden werden.

Womit — konkrete Instrumente 3
  • Leerstände über Geschäften am Sande und in der Bardowicker Straße binnen sechs Monaten erfassen und Eigentümer ansprechen
  • Konzeptvergaben und Nachverdichtung
  • Digitales Bauamt mit transparentem Bearbeitungsstand

Offen Die Sechsmonatsfrist betrifft die Erfassung und Ansprache, nicht fertiggestellte Wohnungen. Wohnungszahl, Mietbindungen und Finanzierung sind noch zu beziffern. Zur 30-Prozent-Sozialquote unterscheiden sich Interview und Stichwahlseite; eine eindeutige aktuelle Zusage bleibt offen (siehe Faktencheck).

Quelle: Heiko Meyer: Wohnraum ↗

Weitere Quelle: Heiko Meyer: Stichwahlprogramm ↗

Weitere Quelle: Landeszeitung: Interview mit Heiko Meyer ↗

Diese Fragen sind offen

3 Fragen

Punkte, zu denen wir in diesem Feld von keiner oder nur wenigen Kandidaturen eine belastbare Antwort gefunden haben. Sie eignen sich als Fragen für Podien, Infostände und Direktkontakt.

Fragen anzeigen 3 Punkte
  1. Welche Maßnahmen werden zuerst umgesetzt und bis wann?
  2. Welche einmaligen und laufenden Kosten entstehen, und woher kommt das Geld?
  3. Welche Entscheidungen liegen beim Rat oder bei anderen Stellen?

Geprüfte Behauptungen zu diesem Feld

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