Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler greift ab dem Schuljahr 2026/27. Lüneburg setzt ihn an allen elf städtischen Grundschulen um und geht dabei über den Anspruch hinaus, indem auch die Klassen zwei bis vier einbezogen werden. Sechs Schulen sind bereits Ganztagsschulen, fünf werden umgewandelt. Der damit verbundene Hort-Umbau führte an der Hermann-Löns-Schule bereits zu Personalkündigungen.
Bei den Schulen laufen mehrere Großprojekte: 16 Millionen Euro für Sportfeld und Naturwissenschaftsgebäude des Gymnasiums Johanneum, ein Oberstufenzentrum in Holzbauweise an der IGS Kreideberg, eine Dachaufstockung an der Wilhelm-Raabe-Schule. Eine Gesamtsumme des Sanierungsstaus wurde bislang nicht veröffentlicht.
Im sozialen Bereich steht ein Zielkonflikt im Zentrum: Die Stadt führte zum 01.05.2026 eine Alkoholverbotszone Am Sande ein, sucht aber seit 2025 erfolglos eine Immobilie für das geplante Szene-Café für suchtkranke und wohnungslose Menschen. Der Standortstreit um ein Drogenhilfezentrum in der Schießgrabenstraße ist Wahlkampfthema.
Der Streitpunkt
Ordnungspolitik oder Hilfsangebot? Die Alkoholverbotszone ist bis zum 30.04.2027 befristet — über die Verlängerung entscheidet der neue Rat. Gleichzeitig ist offen, ob die Stadt für das Szene-Café notfalls eine eigene Immobilie bereitstellt.
Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt
In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen
alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein
anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche
politische Entscheidung.
- Ganztagsanspruch
↔
verfügbare Räume und Personal
- Schulbauinvestitionen
↔
laufende Folgekosten im Defizithaushalt
- Ordnungsrechtliche Antworten
↔
soziale Hilfen im öffentlichen Raum
- Inklusion im Regelsystem
↔
den Erhalt spezialisierter Förderschulangebote