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Themenfeld 03 von 7

Haushalt & Finanzen

Die Zahl, die alles andere rahmt: ein geplantes Jahresergebnis von minus 59 Millionen Euro.

Kennzahlen

−58,3 Mio. € geplantes Gesamtergebnis 2026 (2025: −46,9 Mio. €) — Planwerte, kein Abschluss Doppelhaushalt 2025/2026
295 Mio. € Höchstbetrag für Liquiditätskredite 2026
427 Mio. € Haushaltsvolumen 2026
560 v. H. Grundsteuer B seit 01.01.2025 (vorher 490) Hebesatzsatzung vom 30.10.2024
420 v. H. Gewerbesteuer, unverändert seit 2013
+180 Stellen im Stellenplan seit Amtsantritt der OB, alle vom Rat beschlossen

Sachstand

Lüneburg hat für 2025 und 2026 seinen ersten Doppelhaushalt beschlossen, mit 28 Ja-Stimmen bei 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Dafür stimmten Grüne, CDU, FDP und ein SPD-Mitglied, dagegen SPD, AfD und Linke.

Im Vollzug wurde der Plan bereits verfehlt. Der erste Controllingbericht zum Stichtag 31.05.2025 prognostizierte für das Jahresende rund 67 statt der beschlossenen 47 Millionen Euro Defizit. Von der beschlossenen Haushaltssperre über 6,5 Millionen Euro waren zu diesem Zeitpunkt 1,8 Millionen erwirtschaftet. Die Verwaltung reagierte am 03.07.2025 mit einer Verfügung: vakante Stellen sechs Monate nicht wiederbesetzen, befristete Verträge vorerst nicht verlängern, keine neuen freiwilligen Leistungen.

Zum Vergleich: 2012 lagen die Liquiditätskredite bei rund 160 Millionen Euro — damals erhielt die Stadt 70 Millionen Euro Entschuldungshilfe vom Land über den Zukunftsvertrag. Eine vergleichbare Landeshilfe ist derzeit nicht in Sicht.

Der Streitpunkt

Kann eine Stadt mit diesem Defizit Klimaneutralität 2030, Schulsanierungen, den Sportpark Bilmer Berg und das Klinikdefizit gleichzeitig stemmen? Die Antworten reichen von Steuererhöhungen über Stellenabbau bis zum zweijährigen Baustopp für alles nicht zwingend Nötige.

Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt

In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche politische Entscheidung.

  • Konsolidierung Investitionen in Schulen, Wohnen und Infrastruktur
  • Schutz freiwilliger Leistungen die Pflicht, den Haushalt auszugleichen
  • Steuererhöhungen Standortattraktivität
  • Fördermittel mitnehmen die Folgekosten geförderter Projekte

Was die Kandidierenden sagen

Was die Chips bedeuten →
01 Claudia Kalisch Einzelwahlvorschlag Eigenaussage

In ihrer Rede im Finanzausschuss am 18.07.2025 nennt sie die erwirtschaftete Haushaltssperre unzureichend („Das reicht nicht!“), verweist darauf, dass alle 180 seit ihrem Amtsantritt geschaffenen Stellen vom Rat beschlossen wurden, und argumentiert, bei vollem Konnexitätsausgleich für Pflichtaufgaben hätte die Stadt einen Haushalt nahezu ohne Defizit fahren können.

Womit — konkrete Instrumente 4
  • keine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer
  • priorisieren statt pauschal kürzen
  • Verwaltung modernisieren
  • Gewerbeflächen stärken

Offen Eine konkrete Konsolidierungsliste liegt nicht öffentlich vor.

Quelle: Rede der Oberbürgermeisterin im Finanzausschuss vom 18. Juli 2025 (PDF) · 18.07.2025 ↗
03 Patrick Pietruck CDU Programm

Setzt auf wirtschaftliche Stärke: beschleunigte Genehmigungen, Bürokratieabbau und Arbeitsplätze vor Ort statt Pendeln nach Hamburg.

Womit — konkrete Instrumente 3
  • Wachstum und Gewerbe stärken
  • Verwaltung als Management führen
  • Effizienz und Priorisierung

Offen Bezifferte Einsparungen und ein Investitionsplan fehlen öffentlich.

Quelle: patrick-pietruck.de – Schwerpunkte ↗
04 Frank Soldan FDP Programm

Lehnt Erhöhungen von Gewerbe- und Grundsteuer ab und setzt auf Haushaltskonsolidierung. Will alle nicht zwingenden Baumaßnahmen für mindestens zwei Jahre aussetzen und zuerst die Schulen sanieren.

Womit — konkrete Instrumente 3
  • keine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer
  • nicht zwingende Projekte aussetzen
  • Zukunftsinvestitionen schützen

Offen Welche Projekte konkret entfallen sollen, ist nicht benannt.

Quelle: Zukunftsprogramm für Lüneburg (PDF) ↗
05 Thorben Peters Die Linke Eigenaussage

Im Interview mit lgheute formuliert er als Leitsatz, Lüneburg brauche einen Wechsel der Prioritäten, er wolle die Stadt sozialer regieren. Die Linke stimmte im Rat gegen den Doppelhaushalt 2025/26.

Womit — konkrete Instrumente 2
  • öffentliche Daseinsvorsorge stärken
  • soziale Infrastruktur nicht kürzen

Offen Zusätzliche Einnahmen und Kreditstrategie sind nicht beziffert.

Quelle: lgheute: Können Sie's besser, Herr Peters? · 06.08.2026 ↗

Von 4 Kandidaturen liegt uns zu diesem Feld nichts vor

Das ist keine inhaltliche Position und keine Bewertung, sondern das Ergebnis der Quellenlage: In den öffentlich zugänglichen Quellen war zu diesem Feld nichts Belegbares auffindbar. Eine Anfrage an die Kandidaturen ist nicht erfolgt — eine Leerstelle bedeutet hier also nie, dass jemand nicht geantwortet hätte.

Diese Fragen sind offen

6 Fragen

Punkte, zu denen wir in diesem Feld von keiner oder nur wenigen Kandidaturen eine belastbare Antwort gefunden haben. Sie eignen sich als Fragen für Podien, Infostände und Direktkontakt.

Fragen anzeigen 6 Punkte
  1. Welcher Fehlbetrag ist für 2027, 2028 und 2030 geplant?
  2. Sind Erhöhungen von Grund- und Gewerbesteuer für die gesamten acht Jahre ausgeschlossen?
  3. Welche fünf Ausgaben werden konkret reduziert — und um welchen Betrag jeweils?
  4. Welche fünf Investitionen haben trotz Defizit Priorität?
  5. Welche freiwilligen Leistungen in Kultur, Sport und Sozialem sind unantastbar?
  6. Welchen Beitrag sollen die städtischen Gesellschaften zur Finanzierung leisten?

Geprüfte Behauptungen zu diesem Feld

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