Eine offizielle Leerstandsquote in Prozent existiert für Lüneburg nicht. Lüneburg Marketing meldete am 25.07.2026 einen Rückgang der sichtbaren Gewerbeleerstände von 51 auf 43 und neun Neueröffnungen seit März. Die FDP sprach im Rat von einem Anstieg von 33 auf 47. Beide Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Zählmethoden.
Ähnlich gegensätzlich ist die Außenbewertung: In der Studie Vitale Innenstädte 2024 war Lüneburg unter 107 verglichenen Innenstädten einer von drei Bestperformern seiner Größenklasse. In der IHK-Standortumfrage 2025 verschlechterte sich die Note von 2,7 auf 3,2; nur 60 Prozent der Befragten würden den Standort weiterempfehlen.
Das Lüneburger City Management trat 2025 mit 37 Forderungen an die Stadt heran. Die Oberbürgermeisterin wies das am 22.09.2025 öffentlich zurück und verwies auf 228 neue Bänke, rund 300 zusätzliche Fahrradabstellplätze und die kostenlose erste Parkhausstunde. Die CDU-Mittelstandsunion forderte im Mai 2025 das Gegenteil: den Abbau der neuen Sitzmöbel Am Sande, tägliche Bestreifung und Platzverweise.
Der Streitpunkt
Ist die Innenstadt in der Krise oder überdurchschnittlich gut aufgestellt? Der Konflikt ist personalisiert: Heiko Meyer ist seit rund 20 Jahren Vorsitzender des City Managements, das die Innenstadtpolitik der Amtsinhaberin öffentlich angreift.
Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt
In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen
alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein
anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche
politische Entscheidung.
- Erreichbarkeit mit dem Auto
↔
Aufenthaltsqualität
- Neue Gewerbeflächen am Rand
↔
Belebung der bestehenden Innenstadt
- Ordnungsrechtliche Maßnahmen
↔
soziale Ursachenarbeit im öffentlichen Raum
- Tourismus und Großveranstaltungen
↔
die Belastung von Anwohnenden
- Freiwillige Ausgaben für Stadtmarketing
↔
Haushaltskonsolidierung