Der Rat beschloss am 21.12.2021 den Beitritt zum Bürgerbegehren Klimaentscheid und damit Treibhausgasneutralität bis 2030. Der städtische Klimaschutzplan formuliert allerdings wörtlich, ein Erreichen der Klimaneutralität in 2030 und auch in 2045 sei im Trendszenario als unrealistisch zu bewerten, und stellt die Umsetzung ausdrücklich unter den Vorbehalt der Haushaltslage.
Lüneburg hat keine kommunalen Stadtwerke. Strom, Gas und Fernwärme liegen bei der Avacon aus dem E.ON-Konzern; die Stadt hält Beteiligungen über die AGL und die Luna Lüneburg GmbH, an der Avacon 49 Prozent hält. Das größte Fernwärmenetz der Avacon Natur umfasst rund 46.000 Meter Leitung und 125 Gigawattstunden im Jahr.
Am 18.11.2025 erklärte das Oberlandesgericht Celle die Preisanpassungsformel von Avacon Natur für unwirksam, weil sie intransparent ist. Linke und SPD hatten bereits am 28.04.2025 beantragt, fünf Lüneburger Wärmenetze zu kommunalisieren, unter Hinweis auf bis zu zwei Millionen Euro Bundesförderung. Das Ergebnis der Beratung im Wirtschaftsausschuss am 25.02.2026 ist öffentlich nicht dokumentiert.
Der Streitpunkt
Hält die Stadt am Ziel 2030 fest, obwohl ihr eigener Plan es für unrealistisch hält? Und soll sie die Wärmenetze zurückkaufen, nachdem ein Gericht die Preisformel des privaten Betreibers kassiert hat?
Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt
In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen
alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein
anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche
politische Entscheidung.
- Klimaneutralität 2030
↔
die tatsächliche Umsetzungsgeschwindigkeit
- Emissionsminderung
↔
Anpassung an Hitze und Starkregen
- Neubau und Gewerbeflächen
↔
Entsiegelung und Flächenschutz
- Klimainvestitionen
↔
kurzfristige Haushaltskonsolidierung
- Soziale Verteilung der Kosten von Wärmewende und Sanierung