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Sieben Themenfelder

Worüber gestritten wird

Jedes Feld beginnt mit dem Sachstand und belegten Zahlen. Erst danach kommen die Positionen — damit erkennbar bleibt, worüber überhaupt gestritten wird.

01

Wohnen & Bauen

Das meistgenannte Thema des Wahlkampfs. Drei eigene Podien, vier Verbände mit Wahlprüfsteinen — und ein 55-Millionen-Deal sechs Wochen vor der Wahl.

Streitpunkt Neubau oder Bestand? Und soll die Stadt selbst als Eigentümerin auftreten? Der Vonovia-Verkauf von rund 1.000 Wohnungen in Kaltenmoor hat diese Frage sechs Wochen vor der Wahl konkret gemacht — Andrea Schröder-Ehlers hat den Ankauf ausdrücklich in ihr Programm geschrieben.

~1.000 Wohnungen, die Vonovia in Kaltenmoor verkauft
55 Mio. € Kaufpreis dieses Pakets
> 300 leerstehende Wohnungen allein in der Innenstadt

6 von 8 mit belegter Position

02

Verkehr & Mobilität

Der schärfste Konflikt im Rat — und einer, in dem Beschlüsse und Umsetzung auseinanderfallen.

Streitpunkt Wie viel Straßenraum bekommt das Rad, und wie viel bleibt dem Auto? Die Frontlinie verläuft zwischen Grünen und Linken auf der einen, SPD, CDU und FDP auf der anderen Seite. Bemerkenswert ist der Befund vom Mobilitätspodium im April: Die Unterschiede zwischen den Kandidierenden fielen dort kleiner aus als erwartet.

72 Parkplätze in der Ilmenaustraße, die laut Ratsbeschluss alle erhalten bleiben
2,6 Mio. € Bundesförderung für den Fahrradring, Förderquote 90 %
7.317 gültige Unterschriften für den Radentscheid 2021

6 von 8 mit belegter Position

03

Haushalt & Finanzen

Die Zahl, die alles andere rahmt: ein geplantes Jahresergebnis von minus 59 Millionen Euro.

Streitpunkt Kann eine Stadt mit diesem Defizit Klimaneutralität 2030, Schulsanierungen, den Sportpark Bilmer Berg und das Klinikdefizit gleichzeitig stemmen? Die Antworten reichen von Steuererhöhungen über Stellenabbau bis zum zweijährigen Baustopp für alles nicht zwingend Nötige.

−58,3 Mio. € geplantes Gesamtergebnis 2026 (2025: −46,9 Mio. €) — Planwerte, kein Abschluss
295 Mio. € Höchstbetrag für Liquiditätskredite 2026
427 Mio. € Haushaltsvolumen 2026

4 von 8 mit belegter Position

04

Klima & Energie

Ein Ziel für 2030, das die Stadt in ihrem eigenen Plan als unrealistisch bezeichnet — und ein Fernwärmestreit, den ein Gericht entschieden hat.

Streitpunkt Hält die Stadt am Ziel 2030 fest, obwohl ihr eigener Plan es für unrealistisch hält? Und soll sie die Wärmenetze zurückkaufen, nachdem ein Gericht die Preisformel des privaten Betreibers kassiert hat?

2030 beschlossenes Jahr der Treibhausgasneutralität
1 % Anteil der kommunalen Einrichtungen an den Emissionen der Stadt
41 % Anteil des produzierenden Gewerbes an den Emissionen

4 von 8 mit belegter Position

05

Innenstadt & Wirtschaft

Zwei Zählungen, zwei Ergebnisse — und ein Konflikt, der personalisiert ist wie kein zweiter.

Streitpunkt Ist die Innenstadt in der Krise oder überdurchschnittlich gut aufgestellt? Der Konflikt ist personalisiert: Heiko Meyer ist seit rund 20 Jahren Vorsitzender des City Managements, das die Innenstadtpolitik der Amtsinhaberin öffentlich angreift.

51 → 43 sichtbare Gewerbeleerstände laut Lüneburg Marketing (2025 → 2026)
33 → 47 Leerstände laut FDP-Angabe im Rat — die Zählungen widersprechen sich
3,2 IHK-Standortnote 2025 (2020: 2,7)

4 von 8 mit belegter Position

06

Bildung & Soziales

Der Rechtsanspruch auf Ganztag kommt zum Schuljahr 2026/27 — und ein geplantes Szene-Café findet seit einem Jahr kein Haus.

Streitpunkt Ordnungspolitik oder Hilfsangebot? Die Alkoholverbotszone ist bis zum 30.04.2027 befristet — über die Verlängerung entscheidet der neue Rat. Gleichzeitig ist offen, ob die Stadt für das Szene-Café notfalls eine eigene Immobilie bereitstellt.

41,5 Mio. € Schulinvestitionen und -instandhaltung 2025/26
11 städtische Grundschulen, an denen der Ganztag umgesetzt wird; fünf werden dafür umgewandelt
3,15 Mio. € Kita-Investitionen 2025/26

6 von 8 mit belegter Position

07

Verwaltung & Beteiligung

Sieben Führungsabgänge in einer Amtszeit — und eine Bürgerbefragung, deren Ergebnis der Rat überging.

Streitpunkt Wie verbindlich ist Beteiligung, wenn ihr Ergebnis überstimmt werden kann? Und wie besetzt die Stadt Führungsstellen, damit sie besetzt bleiben?

7 namentlich dokumentierte Dezernenten- und Führungsabgänge seit 2021
58,57 % der befragten Anwohnenden lehnten die Umbenennung der Hindenburgstraße ab — der Rat benannte sie trotzdem um
2023 Jahr des Ratsbeschlusses für ein Leerstandskataster, das bis 2025 nicht umgesetzt war

6 von 8 mit belegter Position

Vier Achsen statt links und rechts

Ein Lesegerüst, keine Bewertung

Die acht Kandidaturen lassen sich nicht sauber auf einer Linie ordnen. Wer beim Verkehr weit auf der einen Seite steht, kann beim Sozialen weit auf der anderen stehen. Vier Fragen erklären die tatsächlichen Unterschiede besser als jedes Parteikürzel — und niemand steht bei allen vier gleich.

01
Kommunale Steuerung Marktnahe Aktivierung

Soll die Stadt selbst bauen, besitzen und vorgeben — oder vor allem Rahmenbedingungen setzen und private Investitionen beschleunigen?

Vor allem bei Wohnen, Boden und städtischen Gesellschaften.

02
Ordnungsrecht Soziale Ursachenarbeit

Beginnt man am Sande mit Präsenz, Kontrolle und Verboten — oder mit Streetwork, Suchthilfe und Wohnraum?

Fast alle nennen beides. Der Unterschied liegt in der Reihenfolge.

03
Verkehrswende Autoorientierte Erreichbarkeit

Wird Straßenraum umverteilt, auch wenn Parkplätze entfallen — oder bleibt Erreichbarkeit mit dem Auto die Bedingung?

Der schärfste Konflikt im Rat, quer durch alle Lager.

04
Investieren Konsolidieren

Rechtfertigt der Investitionsstau weitere Defizite — oder muss der Haushalt zuerst wieder tragfähig werden?

Bei einem geplanten Minus von 58 Millionen Euro die härteste Frage.

Zwei Kandidaturen direkt nebeneinander, über alle sieben Felder: zum Direktvergleich.