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Themenfeld 01 von 7

Wohnen & Bauen

Das meistgenannte Thema des Wahlkampfs. Drei eigene Podien, vier Verbände mit Wahlprüfsteinen — und ein 55-Millionen-Deal sechs Wochen vor der Wahl.

Kennzahlen

~1.000 Wohnungen, die Vonovia in Kaltenmoor verkauft Ratssitzung 20.08.2026, TOP 18
55 Mio. € Kaufpreis dieses Pakets
> 300 leerstehende Wohnungen allein in der Innenstadt Zählung der Initiative WohnWende
−400 Einwohner der Altstadt seit 2019 (6.027 → 5.630)
30 % aktuelle Quote mietpreisgebundener Wohnungen
200.000 € städtische Wohnraumförderung pro Jahr, seit 2019 unverändert
8,95 → 9,56 € durchschnittliche Nettokaltmiete je m² zwischen September 2023 und September 2025 Kampagnenangabe Kalisch, nicht amtlich bestätigt
~3.500 zusätzlich benötigte Wohnungen bis 2040 Kampagnenangabe Kalisch, nicht amtlich bestätigt

Sachstand

Die Stadt steuert den Wohnungsbau über drei Hebel: eine Quote von 30 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen in städtebaulichen Verträgen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft LüWoBau und eine eigene Wohnraumförderung von 200.000 Euro jährlich. Die LüWoBau hat in zehn Jahren 307 belegungsgebundene Wohnungen geschaffen.

Das einzige größere Areal, bei dem die Stadt die Vergabe direkt steuert, ist das Baugebiet Am Wienebütteler Weg: elf Hektar, 21 Grundstücke, Bodenrichtwert 470 Euro je Quadratmeter nach Ratsbeschluss vom 11.12.2025. Weitere Projekte laufen über Investoren, etwa Rettmer Nord, für das die öffentlich genannten Größenordnungen zwischen rund 120 und 190 Wohnungen schwanken.

Zur Größenordnung des Bedarfs kursieren vor allem Kampagnenzahlen: Claudia Kalisch nennt rund 3.500 zusätzlich benötigte Wohnungen bis 2040 und einen Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmiete von 8,95 Euro je Quadratmeter im September 2023 auf 9,56 Euro im September 2025. Beides ist nicht amtlich bestätigt; maßgeblich wären der qualifizierte Mietspiegel und die Statistik des Landes. Daneben ist von mehr als 2.000 Wohneinheiten die Rede, für die bereits Planungsrecht besteht oder vorbereitet wird.

Dem steht eine Gegenbewegung gegenüber, die nicht auf Neubau, sondern auf Leerstand zielt. Ein verpflichtendes Leerstandskataster wurde bereits 2023 vom Rat beschlossen und nach zwei Jahren nicht umgesetzt; der bestehende Leerstandsmelder ist rein freiwillig. Die Linke sammelt seit dem 18.04.2026 Unterschriften für einen Einwohnerantrag, der ein Kataster mit Meldepflicht durchsetzen soll.

Der Streitpunkt

Neubau oder Bestand? Und soll die Stadt selbst als Eigentümerin auftreten? Der Vonovia-Verkauf von rund 1.000 Wohnungen in Kaltenmoor hat diese Frage sechs Wochen vor der Wahl konkret gemacht — Andrea Schröder-Ehlers hat den Ankauf ausdrücklich in ihr Programm geschrieben.

Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt

In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche politische Entscheidung.

  • Neubau am Stadtrand Nachverdichtung und Flächenschutz
  • Sozialquote Baukosten und Investitionsbereitschaft
  • Kommunale Steuerung durch LüWoBau und Erbbaurecht Aktivierung des privaten Marktes
  • Kurzfristige Bindungsdauer dauerhafte Gemeinwohlbindung

Was die Kandidierenden sagen

Was die Chips bedeuten →
01 Claudia Kalisch Einzelwahlvorschlag Programm

Bezahlbarer Wohnraum ist einer der drei Kernpunkte ihrer Kandidatur. Auf ihrer Website führt sie eine eigene Themenseite zu Bauen und Wohnen.

Womit — konkrete Instrumente 6
  • LüWoBau als kommunale Bauträgerin
  • mindestens 30 Prozent gefördert, teils 50 bis 100 Prozent
  • Erbbaurecht statt Verkauf
  • Nachverdichtung
  • Zweckentfremdungsverbot
  • Wohnraumbüro

Offen Kosten und Zeitplan für die rund 3.500 zusätzlich genannten Wohnungen bis 2040

Quelle: claudia-kalisch.de – Themen ↗
02 Andrea Schröder-Ehlers SPD Programm

Will die städtische LüWoBau zu einem schlagkräftigen Investor ausbauen und bis 2030 500 Wohnungen schaffen. Fordert eine Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen in jedem Neubaugebiet, keine Verkäufe städtischer Grundstücke mehr und den schrittweisen Ankauf sanierungsbedürftiger Vonovia-Wohnungen in Kaltenmoor.

Womit — konkrete Instrumente 4
  • 500 LüWoBau-Wohnungen bis 2030
  • mindestens 30 Prozent sozial
  • keine Verkäufe städtischer Grundstücke
  • Vonovia-Bestand in Kaltenmoor prüfen

Offen Wie sich ihre persönlichen Prioritäten zum umfangreichen SPD-Programm verhalten, ist offen.

Quelle: Was mir wichtig ist ↗
03 Patrick Pietruck CDU Programm

Nennt bezahlbaren Wohnraum und Kitaplätze unter dem Schwerpunkt Lebensqualität für alle, ohne die Maßnahmen dort zu beziffern.

Womit — konkrete Instrumente 5
  • Konzeptvergabe
  • Nachverdichtung und Dachausbau
  • Leerstandsaktivierung
  • faire Erbbauzinsen
  • langfristige Bindungen

Offen Keine öffentlich auffindbare Gesamtzahl, Quote oder Finanzierung.

Quelle: patrick-pietruck.de – Schwerpunkte ↗
05 Thorben Peters Die Linke Programm

Fordert den Ausbau des kommunalen Wohnungsbaus und nennt 800 fehlende Wohnungen sowie über 600 wohnungslose Menschen in Lüneburg. Die Linke betreibt einen Einwohnerantrag für ein verpflichtendes Leerstandskataster mit Meldepflicht, stärkeren Sozialwohnungsschutz und eine zentrale Beschwerdestelle.

Womit — konkrete Instrumente 4
  • kommunale, genossenschaftliche und gemeinnützige Träger
  • öffentliches Land nicht verkaufen
  • dauerhafte Bindungen
  • Leerstandsregister

Offen Investitionsvolumen und Umsetzungsreihenfolge sind offen.

Quelle: Kommunalwahlprogramm: Ein Lüneburg für Alle! (PDF) ↗
07 Heiko Meyer Die Unabhängigen Programm

Will mehr Bauflächen ausweisen, Leerstand über Geschäften für Wohnraum aktivieren und das Bauamt digitalisieren. Zum Baugebiet Wienebütteler Weg sagte er, das Gebiet habe fünf Jahre gebraucht und es stehe erst ein Haus im Bau — mit diesem Tempo löse man die Wohnungsprobleme nie.

Womit — konkrete Instrumente 4
  • Aufstockung über Läden
  • Umnutzung von Leerstand
  • digitales Wohnungsbüro
  • Leerstand-Lotse im Rathaus

Offen Sozialquote, kommunale Investitionshöhe und Bindungsdauer sind offen.

Quelle: meyer-lueneburg.de – Wahlprogramm ↗
08 Michèl Pauly Volt Eigenaussage

Nennt altersgerechtes Wohnen und Wohnmobilität als Schwerpunkte und will europäische Best Practices auf Stadtplanung und Wohnen übertragen.

Womit — konkrete Instrumente 5
  • Nachverdichtung
  • Zweckentfremdung digital vollziehen
  • Grundsteuer C
  • Housing First
  • Erbbaurecht anpassen

Offen Persönliche Priorisierung und Kosten sind offen.

Quelle: lgheute: Können Sie's besser, Herr Pauly? · 03.08.2026 ↗

Von 2 Kandidaturen liegt uns zu diesem Feld nichts vor

Das ist keine inhaltliche Position und keine Bewertung, sondern das Ergebnis der Quellenlage: In den öffentlich zugänglichen Quellen war zu diesem Feld nichts Belegbares auffindbar. Eine Anfrage an die Kandidaturen ist nicht erfolgt — eine Leerstelle bedeutet hier also nie, dass jemand nicht geantwortet hätte.

Diese Fragen sind offen

6 Fragen

Punkte, zu denen wir in diesem Feld von keiner oder nur wenigen Kandidaturen eine belastbare Antwort gefunden haben. Sie eignen sich als Fragen für Podien, Infostände und Direktkontakt.

Fragen anzeigen 6 Punkte
  1. Wie viele zusätzliche Wohnungen sollen bis 2030 fertiggestellt werden, und wie viele davon durch die LüWoBau?
  2. Welche Sozialquote soll gelten, und wie lange sollen Mietbindungen dauern?
  3. Verkauft die Stadt weiter Grundstücke, oder gilt Erbbaurecht als Regel?
  4. Wie hoch und wie planbar sollen Erbbauzinsen sein?
  5. Wie konsequent werden Leerstand und Zweckentfremdung tatsächlich verfolgt?
  6. Welche Rolle spielt der Erwerb großer privater Bestände wie in Kaltenmoor — und wie wäre er finanziert?

Geprüfte Behauptungen zu diesem Feld

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