Die Stadt steuert den Wohnungsbau über drei Hebel: eine Quote von 30 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen in städtebaulichen Verträgen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft LüWoBau und eine eigene Wohnraumförderung von 200.000 Euro jährlich. Die LüWoBau hat in zehn Jahren 307 belegungsgebundene Wohnungen geschaffen.
Das einzige größere Areal, bei dem die Stadt die Vergabe direkt steuert, ist das Baugebiet Am Wienebütteler Weg: elf Hektar, 21 Grundstücke, Bodenrichtwert 470 Euro je Quadratmeter nach Ratsbeschluss vom 11.12.2025. Weitere Projekte laufen über Investoren, etwa Rettmer Nord, für das die öffentlich genannten Größenordnungen zwischen rund 120 und 190 Wohnungen schwanken.
Zur Größenordnung des Bedarfs kursieren vor allem Kampagnenzahlen: Claudia Kalisch nennt rund 3.500 zusätzlich benötigte Wohnungen bis 2040 und einen Anstieg der durchschnittlichen Nettokaltmiete von 8,95 Euro je Quadratmeter im September 2023 auf 9,56 Euro im September 2025. Beides ist nicht amtlich bestätigt; maßgeblich wären der qualifizierte Mietspiegel und die Statistik des Landes. Daneben ist von mehr als 2.000 Wohneinheiten die Rede, für die bereits Planungsrecht besteht oder vorbereitet wird.
Dem steht eine Gegenbewegung gegenüber, die nicht auf Neubau, sondern auf Leerstand zielt. Ein verpflichtendes Leerstandskataster wurde bereits 2023 vom Rat beschlossen und nach zwei Jahren nicht umgesetzt; der bestehende Leerstandsmelder ist rein freiwillig. Die Linke sammelt seit dem 18.04.2026 Unterschriften für einen Einwohnerantrag, der ein Kataster mit Meldepflicht durchsetzen soll.