Der Nachhaltige Urbane Mobilitätsplan (NUMP) wurde im November 2024 im Rat nicht beschlossen, sondern auf Basis eines gemeinsamen Änderungsantrags von SPD, CDU und FDP nur zur Kenntnis genommen. Der erste Evaluationsbericht vom 31.01.2026 weist von 30 Maßnahmensteckbriefen 13 mit Fortschritt aus, vier noch nicht begonnen und 13 erst ab 2026.
Der Radentscheid sammelte 2021 7.317 gültige Unterschriften; der Rat übernahm die Forderungen am 12.05.2022 mit großer Mehrheit, wodurch ein Bürgerentscheid entfiel. Im Herbst 2025 beantragte die CDU den Ausstieg aus dieser Vereinbarung, die SPD lehnte ab.
Am 13.11.2025 machte der Rat mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP die Ilmenaustraße zur unechten Fahrradstraße — mit der Auflage, alle 72 Parkplätze zu erhalten. Der städtische Verkehrsplaner nannte das die Quadratur des Kreises, weil die einschlägigen Regelwerke das nicht zulassen. Am 04.02.2026 stimmten SPD und CDU im Mobilitätsausschuss gegen die Einplanung von Mitteln im Haushalt 2027 für sichere Schulumfelder und Fußverkehr, mit der Begründung, der neue Rat solle entscheiden.
Der Streitpunkt
Wie viel Straßenraum bekommt das Rad, und wie viel bleibt dem Auto? Die Frontlinie verläuft zwischen Grünen und Linken auf der einen, SPD, CDU und FDP auf der anderen Seite. Bemerkenswert ist der Befund vom Mobilitätspodium im April: Die Unterschiede zwischen den Kandidierenden fielen dort kleiner aus als erwartet.
Warum es dabei nicht nur eine richtige Antwort gibt
In diesem Feld stehen Ziele gegeneinander, die für sich genommen
alle vernünftig sind. Wer eines stärker gewichtet, schwächt ein
anderes — das ist kein Fehler, sondern die eigentliche
politische Entscheidung.
- Klimaschutz
↔
Erreichbarkeit mit dem Auto
- Aufenthaltsqualität
↔
Parkraum in der Innenstadt
- Radverkehrsausbau
↔
Flächenkonkurrenz und Lieferverkehr
- ÖPNV-Ausbau
↔
die Finanzierbarkeit im Defizithaushalt
- Kommunale Zuständigkeit
↔
die Entscheidungsmacht von Bahn, Land und Landkreis